Bundestag beschließt umfassende Reform des Emissionshandels

tsztsz
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Re: Bundestag beschließt umfassende Reform des Emissionshandels

Beitrag von tsztsz »

es laeuft auch jetzt schon alles auf Umverteilung heraus, nur eben systematisch von den Arbeitnehmenden und Reproduktionsabreit tätigenden hin zu den Eigentum besitzenden. Diese bauen sich einen cleveren Apparat, der genau diesen Mechanismus am laufen hält, und lobbyieren kräftig dafür, dass die Umverteilung in ihrem Sinne weiterläuft. Irgendwann haben sie mal festgestellt, dass die Leute sauer werden und ihnen die Köpfe einhauen, wenn das zu extrem wird, und haben den Sozialstaat eingeführt. Das haben aber die aktuellen Rechten offenbar vergessen, bzw. lenken die negativen Emotionen erfolgreich auf irgendwelche Sündenböcke. (Die aus dem Krieg oder vor Hunger geflohene Person ist schuld, dass Du kein Geld hast, oder ide bösen Grünen mit ihrem Eintreten für Ökologie, aber Cum-Ex, Unternehmendenfamilien, und co.... bloß nicht hinkucken.)

Und selbst wenn Geld "sinnlos ausgegeben wird, vom Staat", oder von ein paar Leuten das System missbruacht wird. Wo ist der Schaden, wenn Arno Duebel sich einen neuen Fliessentisch gekauft hat (Geld wieder im Umlauf gebracht!), oder wenn Frau Klatten es gesammelt hat um eine neue Fabrik in Mexiko zu bauen und noch mehr Kapital anzuhauefen?

STW
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Re: Bundestag beschließt umfassende Reform des Emissionshandels

Beitrag von STW »

tsztsz hat geschrieben:
So 9. Feb 2025, 09:50
...
Diese bauen sich einen cleveren Apparat, der genau diesen Mechanismus am laufen hält, und lobbyieren kräftig dafür, dass die Umverteilung in ihrem Sinne weiterläuft.
...
Und es läuft sogar so gut für die Firmen, dass die lieber aus Geldgier mit Rekordzahlen in die Insolvenz gehen als noch weiter Abgaben zu zahlen. Oder wie jemand mit Wirtschaftskompetenz dazu sagte: die gehen gar nicht Pleite, die produzieren nur nichts mehr. Also schiebt Arno Duebel den Traum vom neuen Fließentisch einfach nur auf die lange Bank: ist ja nicht so, dass er keinen Job mehr hätte, er kauft halt einfach nur nichts mehr.
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tsztsz
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Re: Bundestag beschließt umfassende Reform des Emissionshandels

Beitrag von tsztsz »

Kapitalakkumulation produziert Krisen. Nicht überraschend. Und vielleicht ist es auch eine Krise der Verschiebung vom US ins Chinsesische Empire Zeitalter im kapitistischen "Weltsystem:" (Wallerstein, Arrighi). Arno Duebel ist aber derjenige der dafür am wenigsten kann. Krisengewinner sind die Populisten, die die negative Energie für sich mobilisieren und Hass schüren.

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Re: Bundestag beschließt umfassende Reform des Emissionshandels

Beitrag von DBuegel »

Krisengewinner sind die Populisten, die die negative Energie für sich mobilisieren und Hass schüren
WOW!
Genau so stelle ich mir Populismus vor.

tsztsz
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Re: Bundestag beschließt umfassende Reform des Emissionshandels

Beitrag von tsztsz »

dann hast Du seltsame Vorstellungen. Populismus als solchen zu analysieren (auf Basis einer ökonomisch-politischen Grundlagentheorie, zu der ich sogar Quellen angegeben habe) ist sicher kein Populismus. Aber ja, ist hier etwas verkuerzt.

Die Disukusson ist etwas abgeglitten, aber zur Sache hat Gluehbert ja das wichtigste gesagt.

Gluehbert
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Re: Bundestag beschließt umfassende Reform des Emissionshandels

Beitrag von Gluehbert »

Mit der Familie Q wird wohl die hier gemeint sein:

https://www.welt.de/politik/deutschland ... -Zeit.html

Produktionsgüter lassen sich hervorragend aufteilen, hat das Unternehmen BMW ja auch schon gemacht: Sich in Aktien zerlegt. Die müssen auch gar nicht bei einzelnen Personen konzentriert sein. Wenn ich, wie Familie Q fast die Hälfte aller Aktien von BMW hätte, dann würde ich mich natürlich für dieses Unternehmen ins Zeug legen. Wenn ich nur 1 % davon hätte aber auch. Und das nicht mal weniger. Irgendwann geht es um solch unvorstellbare Beträge, da machen weitere Erhöhungen die Besitzer auch nicht mehr fleißiger.

Die erste Million ist die schwerste Million. Die Zweite geht viel einfacher. Strengen sich die Leute wirklich mehr an, wenn der Besitz erst mal siebenstellig ist?

Wer viel leistet, soll auch gerne gut verdienen. Das fördert die Leistungsbereitschaft und bringt uns alle voran. Nur ob es richtig ist, dass der weitere Zugewinn mit höherem Besitz immer einfacher wird, da bin ich wohl anderer Ansicht...

Aber wir kommen vom Thema ab

CO2-Zertifikate verkaufen und dann die Einnahmen pro Kopf zurückzahlen halte ich für die eleganteste und nahezu optimale Lösung.

Klimawandel habe ich schon genug, damit darf so langsam mal Schluss sein
1. Wir hören einfach freiwillig auf, CO2 zu emittieren klappt seit locker 35 Jahren nicht. Und wird auch in Zukunft nicht funktionieren.
2. Verbote finde ich nicht so dolle. Wer lässt sich schon gerne was verbieten?
3. Wo man am einfachsten Emissionen einspart, weiß der Staat auch nur so mittelmäßig genau: Nach jeder neuen Förderung geht ja die Diskussion los: „Hätte man das Geld stattdessen so oder so verwendet, wäre der Effekt größer.“
4. Die Umstellung auf eimissionsfrei soll sozialverträglich stattfinden. Da praktischerweise diejenigen, die am wenigsten Eigentum haben meist auch am wenigsten emittieren, kommt man da der Sozialverträglichkeit schon recht nahe. Auf jeden Fall näher als durch viele bisherige Maßnahmen (z.B.THG-Quote, Zuschuss zum Elektroauto etc.). Die bekommt, wer Elektroauto fährt, nicht der, der aufs Verbrennerfahren verzichtet, weil er sich z.B. gar kein Auto leisten kann. Klar, nehme ich die auch gerne mit, sozial gerecht ist das aber nicht unbedingt.
5. Eine andere Lösung außer einer nicht funktionierenden, einer mit Verboten und einer mit Eigenverantwortung fällt mir leider nicht ein. Und die Dritte ist mir da die liebste.

tsztsz
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Re: Bundestag beschließt umfassende Reform des Emissionshandels

Beitrag von tsztsz »

genau, mir ging es auch nicht um Personen oder Personengruppen, sondern um eine strukturelle Dimension (das unterscheidet eine Kritik oekonomischer Verhältnisse von Populismus). Kam vielleicht verkürzt missverständlich rüber. Aber dass ein paar Oligarchen wie in Russland auch in USA agieren, das ist ja nicht ganz abwegig...

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Re: Bundestag beschließt umfassende Reform des Emissionshandels

Beitrag von error »

Ich hatte lange überlegt ob ich das Video verlinke. Es ist keine "offizielle" Quelle, "nur zwei studierte Ökonomen" die sich über die Veränderungen durch die Reform unterhalten. Kein Populismus, eher Spieltheorie. Es geht dabei hauptsächlich um den Einfluss der EU ETS bzw die Grundlagen dazu. Meiner Meinung nach sehenswert. Stand heute immerhin 228.000 Views.



228,120 views 9 Feb 2025 #profrieck #Gesetz #Benzinpreis
Im Windschatten der Migrationsabstimmungen ging das Gesetz zum Emissions Trading System durch den Bundestag. Steigt dadurch der Benzinpreis auf 2,50 Euro und müssen mit 2000 Euro zusätzlichen Heizkosten pro Jahr rechnen?

https://www.cicero.de/wirtschaft/gesetz ... iserhohung
https://www.t-online.de/heim-garten/akt ... -2027.html.
https://climate.ec.europa.eu/eu-action/ ... -eu-ets_en

►WEITERE INFORMATIONEN VON TEAM RIECK:

Die Einführung des europäischen Emissionshandels für Brennstoffe (EU-ETS 2) ab 2027 wird voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf die Immobilienbewertung haben. Einer Studie des Forschungsinstituts für Wärmeschutz zufolge könnten insbesondere Eigentümer und Mieter von energetisch ineffizienten Gebäuden mit erheblichen Mehrkosten konfrontiert werden. Diese zusätzlichen Ausgaben könnten mehrere Tausend Euro pro Jahr betragen.

Die gestiegenen Betriebskosten durch höhere CO₂-Preise könnten die Attraktivität solcher Immobilien mindern und somit deren Marktwert negativ beeinflussen. Experten betonen daher die Notwendigkeit einer umfassenden Sanierungsoffensive, um den Energiebedarf von Gebäuden zu reduzieren und deren Wertstabilität zu sichern.

Ohne entsprechende Modernisierungsmaßnahmen könnten energetisch ineffiziente Immobilien zu unkalkulierbaren Kostenrisiken für Eigentümer und Bewohner werden, was sich negativ auf die Immobilienbewertung auswirken dürfte.

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Re: Bundestag beschließt umfassende Reform des Emissionshandels

Beitrag von Gluehbert »

Warum solltest du das nicht verlinken?

Mich wundert nur: Wie kommen die darauf, dass das versteckt läuft? Das ist doch seit Jahren bekannt, dass ab 2027 Wohnen und Verkehr mit in den Zertifikatehandel aufgenommen werden?! Ich kann mich noch gut erinnern, wie die Leute, die 2023 noch schnell eine neue Gasheizung haben wollten, genau davor gewarnt wurden.

Und die Aussage: "Die Industrie wandert ab, weil hier die Emissionen teurer werden" widerspricht doch deiner Aussage vom 7. Feb 2025, 11:08: "Aus dem Ausland in die EU eingeführte energieintensive Grundstoffe und Produkte werden dadurch mit demselben CO2-Preis belegt wie in der EU."

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rainer*
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Re: Bundestag beschließt umfassende Reform des Emissionshandels

Beitrag von rainer* »

Das mit den Gasheizungen konnte ich auch nicht nachvollziehen. Wir bekamen bis Mitte 2024 keine Heizungs-/Sanitärinstallateure für Neubauvorhaben, weil die noch ausgebucht waren mit Gasheizungen. Auch ohne Immissionshandel ist klar, dass es in spätestens 10 Jahren fast unbezahlbar sein wird, die mit Wasserstoff zu füttern. Und normalerweise geht man ja von ca. 25 Jahren Nutzungsdauer für einen Heizkessel aus. Da wurde von bestimmten Gruppen gezielt und gegen besseres Wissen Panik verbreitet.
Selbst der Weg der Besteuerung der Kraftstoffe ist seit Jahren festgelegt (schon von den Vorgängerregierungen!) und damit planbar.

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