Teil 2: Das Pace Race selbst
Am Samstag morgen ging es noch ohne Frühstück in Rennkluft (für mich hieß das OHNE Rucksack

) mit dem Motorrad zurück zum Seed + Greet. Einige hatten am Vorabend bzw. in der Nacht in der Tiefgarage des Hotels geladen, da gab es zwei Typ 2 Wallbox-Lademöglichkeiten
Ich hatte noch zuhause auf 100% geladen, kam jetzt aber mit 95% am Seed + Greet wieder an. So lud ich mit onboard wieder auf 100%, doch gab es an der ersten angesteuerten Typ 2 Ladesäule am Ladepark das erste Negativerlebnis überhaupt am Seed + Greet: Sie verweigerte das laden!
Doch gab es genug funktionierende Typ 2 Säulen, so dass ich erstmals mit der EC-Karte laden konnte (eine "Erfindung" von Bäcker Roland Schüren, der hinterm Seed + Greet Ladepark steht, und dies schon am langjährigen Ladekreuz Hilden vor seiner Bäckerei umgesetzt hatte).
Das gemeinsame Frühstück hätte um 8:30 Uhr starten sollen, wenn ich mich recht erinnere, doch mussten wir schon am Vorabend vorbestellen, denn das kleine Café am Seed + Greet ist (noch) nicht auf Massenabfertigung eingerichtet. Das im Kopf bin ich schon um 8:15 Uhr rein und habe mein Frühstück bestellt. Andere kamen im Pulk und mussten dann 20 Minuten und länger warten, bis ihr Frühstück fertig war, so dass es statt einem gemeinsamen ein Frühstück in Raten wurde...
Gegen 9:30 Uhr wurde es geschäftiger, denn ab da hatten wir bei den Motorrädern auf unserem Startplatz zu sein, zwecks Vorstellung der Teilnehmenden. Dass das nicht in jedem Fall geklappt hat, vor allem nicht bei Startplatz 1, dem CE 04, ist im Livestream zu verfolgen

Michel musste noch auf dem Android Leih-Handy durch Mitorganisator "Watts to the wheels" eingelernt werden, denn wir mussten je ein Android Handy mit der Energ1ca App von Hans bei uns führen, um das GPS Tracking zu ermöglichen. Meine Frau hat mir dankenswerterweise ihr Zweithandy fürs Wochenende überlassen, das ich in der Jackentasche hatte und per einem der USB Buchsen meines 12V Ladeadapters. Der zweite USB Anschluss fütterte mein Handy, auf dem ich die Trackingseite von EV-Monitor.com laufen hatte, um die korrekte Funktion des Trackings zu überprüfen, denn das hatte letztes Jahr mehr schlecht als recht funktioniert.
Ebenso wurden jetzt die km Stände der Fahrzeuge notiert, was auch nach Rückkunft geschah, um die gefahrene Strecke mit dem Tracking abgleichen und schlussendlich die Gesamtpunktzahl ermitteln zu können.
Um Punkt 10 Uhr fuhr Michel als erstes los, um 10:03 dann ich, denn Christian fährt Elektrisch, mit dem ich Plätze hatte tauschen wollen, hatte am Freitag morgen schon in Leonberg wieder umdrehen müssen, da der Potentiometer-Fahrgriff seiner 2014er Zero SR endgültig die Grätsche gemacht hatte
So war dann nach mir ein etwas größere Pause, bis die nächste Zero starten konnte.
Für mich ging es direkt auf A46 Richtung Wuppertal, und die Ausfahrt Haan-ost führte mich dann durch Solingen, denn der erste Sonderwegepuntk erfordert das einmalige überfahren der B229 Napoleonsbrücke über die Wupper. In Solingen bin ich kurz fehlgefahren, habe mich aber schnell wieder gefangen. Der kurze Abschnitt von Solingen runter ins Wuppertal war die erste sehr schöne Strecke durch den Wald
Im weiteren Verlauf durch Remscheid wollte mich das navi unbegreiflicherweise den Berg hoch und wieder runter durch die 30er Innenstadt schicken, statt auf der B229 durchs Tal. Da ich aber zeit hatte und etwas mehr Ladung als prognostiziert habe ich den Bogen gemacht
Nach Remscheid ging es dann erstmal über Land und durch Dörfer zum zweiten Sonderwegepunkt, über die Bevertalsperre. Und wenn erbilckte ich am Straßenrand am Ende der Talsperre: den CE 04

Sein Navi hatte ihn zum Fuß der Bevertalsperre geführt, und er hatte noch am Hang auf dem Feldweg das lange Schiff umdrehen müssen. Derweil hatte sein Navi die Verbindung zum Roller verloren. Die war er gerade wieder am Aufbauen. Ich schlug vor, die Strecke zum ersten Nebenpunkt, der Kaffeerösterei am Fuß der Lingesetalperre nördlich von Marienheide, und dann zu unserem ersten gemeinsamen Ladepunkt in Becke, gemeinsam zu fahren.
Und Mann, war das ein Heidenspaß, denn da gab es die ersten 100er Strecken überland, und wenn Autos zu langsam waren, haben wir sie versägt
Die "Am Alten Steg" Straße, wo unsere erste Ladestelle lag, bog nicht wirklich von der Hauptstraße ab, sondern da war nur der Gehweg etwas vertieft. Michel hat es drauf geschafft, ich bin vorbeigefahren und musste dann von hinten zur Ladestelle.
Dort vergnügten sich dann unsere Gefährte mit Ladestrom, und wir vesperten etwas:
Ich war mit etwas mehr Ladung angekommen als prognostiziert, und die Batterie war noch nicht besonders warm:
Die Ladesäule zeigte sagenhafte 8,5kW Ladeleistung an, während in der Batterie "nur" 7,7kW ankamen:
Zwischendurch kam Dirk auf seiner Zero vorbei, zum Hallo sagen, da er Startnummer 1 und 2 länger verweilen gesehen hatte beim Tracking
Da der CE 04 langsamer lädt, und meine Zero auf einmal auf 90% gesprungen war, wo ich nur auf 88% hatte laden wollen, bin ich vor Michel wieder los, zuerst auf die Staumauer der Aggertalsperre (Sonderziel), dann durch Bergneustadt und Wiedenest über Land zum nächsten Sonderziel, der Brücke der L512 über die Biggetalsperre zwischen Schnütgenhof und Hohen Hagen, und direkt abgebogen zum Nebenziel am Parkplatz nördlich der Biggetalsperre, zum Quiz. Eigentlich hätte der Quiz erst ab 12 Uhr starten sollen, doch schon um 11:50 Uhr war ich dort und somit der erste. 3 Fragen gab es, aber nur zwei hatte ich richtig, somit nur 20 Punkte mitnehmen können. Ich hoffe, das Video schafft es noch auf den "Ich fahre elektrisch" Kanal, denn Livestream war da leider nicht möglich, im Handynetz Entwicklungsland Deutschland...
EDIT: Ha, das Video ist jetzt da
Als ich wieder raus, nach links, auf die L512 fuhr, kam auf der Brücke schon das Damenteam an, so dass frenetisches Winken angesagt war
Durch Attendorn ging es, und dann wieder über Land. Leider gab es dann in Richtung dem nächsten Nebenziel, dem Parkplatz an der Nordseite der Oestertalsperre, eine lange über Landstraße, die aus unbekannten Gründen nur auf 50km/h beschränkt war, wie es leider viele Landstraßen im Bergischen Land sind
Mein nächstes Ziel war die Ladestation auf dem alten Schulplatz in Heerscheid, und oh Schreck oh Graus, ich kam mit gut 10% weniger an, als prognositiziert. Tatsächlich war schon direkt nach dem Losfahren vom letzten Ladepunkt der SOC von 90 auf nur noch 78% gefallen, so dass d offensichtlich ein Bug in der Berechnung ist... Aber es war noch genug
Dort habe ich nochmals etwas gegessen, und 5 Minuten später kam der CE 04 um die Ecke gebogen, so dass die zwei Kleinbatterieler wieder vereint am Laden waren:
Gleich noch ein Bild gemacht für GoingElectric, da es dort zwar die Ladesäule, aber noch kein davon Bild gab. Dort habe ich dann live den plötzlichen Sprung von 78 auf 90% gesehen, und daher bis "94" weitergladen, indem ich einen Zusatzlader ausgesteckt habe, um schlussendlich mit den geplanten echten 78% los zu fahren. Michel braucht auch dort ein bisschen länger.
Weiter ging es zum nächsten Sonderziel, über die Versetalsperre bei Lüdenscheid, dann lange nach Westen, bis zum Bogen um das nächste Sonderziel, dem Wupperdamm bei Krebsöge. Die letzte Strecke hinten rum war nur für Anlieger, war auch voll von Fußgängern, nicht so der Hit...
Dann bog ich nach Norden ab, die zwei letzten Nebenziel abzugrasen, erst über die Porta Westfalica, dann durch verwinkelte Gässchen von Beyenburg, um an den Fuß der dortigen Wupper-Staumauer zu gelangen. Doch auch hier Einfahrt verboten, und der Alternativweg endet als Fußweg entlang der Wupper. Da ich noch gut in der Zeit war habe ich die Zero abgestellt und bin die letzten 140m zu Fuß gelaufen. Ein Beweisbild habe ich dort gemacht:

Spannend war dann noch der Zustand der Blombacher Bach Brücke am Südende von Wuppertal, denn die war lange ganz gesperrt. Jetzt nur noch für LKW > 3,5 Tonnen, so dass ich darüber fahren konnte. Durch Wuppertal wollte ich nicht, lieber südlich vorbei auf gut ausgebauter L418. Dann auf der A46 wieder zurück nach Hilden. Da ich dort viel früher ankam als geplant, und ich noch 4% hatte, bin ich die Nordumfahrung von Hilden hin und hergeflitzt, bis zu 0% und noch 4km Restreichweite. Hätte ich davon noch 3 verfahren, wäre ich kanpp vor Michel gelegen, auf Platz 8.
Aber der Hintern tat weh, so dass alles Argumentieren der roten Jacken mich nicht dazu bringen konnte, nochmals nach dem Zwischenladen loszufahren zum ein paar km mehr zu schrubben. Das war mein Tacho am Ende vom Pace Race 2022:
Hier meine tatsächliche Route:
Und hier die Gesamtübersicht - nicht bei allen hat das Tracking einwandfrei geklappt. Rot die Sonderziele, die bei einmaligem Durchfahren 50 Punkte gaben, und die grünen Nebenziele, für die es nur 10 Punkte gab. Das Nebenziel ganz unten rechts hat niemand angefahren, da schlicht zu weit weg:
Ein Teilnehmer hat sogar das Kleeblatt vom Kreuz Hilden am Schluss ganz oft durchfahren, zum Rest-km Schrubben
Insgesamt eine höchst gelungene Veranstaltung, ein geniales Reglement, aber leider in einer recht dicht besiedelten, wenn auch teils sehr schönen Gegend - dem Bergischen Land
