Am Freitagmorgen, 6.9.2024, bin ich etwas später als geplant, um 9:45 statt 9 Uhr mit 100% Ladung von Zuhause gestartet in Richtung Weyarn, Bayern. Wieder mit dem großen Rucksack auf dem Soziussitz, Seitenkoffer mit den Zusatzladern und Ladekabeln gefüllt, und das Topcase mit dem Regenzeug Rucksack und meiner Typ2-Verlängerungsbox, im Falle ich an einem Lader mit angeschlagenem Kabel laden muss.
Die erste Strecke führte wie zur Arbeit gleich auf die A8 in Richtung München, doch zum Strom sparen blieb ich hinter einem der schnelleren LKW. Raus bei der Ausfahrt Kirchehim/Teck Ost, und auf der B465 nach Süden. Die Gutenberger Steige hoch auf die Schwäbische Alb hatte ich gleich meine eine Schrecksekunde, als ich auf eine Linkskurve zu fuhr: um die Ecke kam ein PKW und ließ sich komplett auf meine Fahrbahnseite raustreiben. Dankbarerweise hat es der Fahrer schnell genug gemerkt und ist auf seine Seite zurück, bevor ich Lichthupe geben konnte. Doch der Schreck saß tief in meinen Knochen! Die Fahrt auf der Alb in Richtung erster Ladestopp in Ehingen war nett, und diese erste Strecke hatte ich noch im Urlaub schon mal gefahren, so dass ich problemlos in die Tiefgarage der Lindenhalle zu den zwei EnBW Ladeboxen kam. 1h kann man sich ein kostenlos Parkticket lösen, was ich aber erst nach aufbauen und Ladestart gelöst habe.
End-Temperatur der Batterien war schon 37°C...

Gegen 11:30 Uhr ging es mit 89% weiter nach Süd-Osten. Eigentlich wollte ich von der B300 an der Anschlussstelle Berkheim auf die A7 nach Süden, doch es gab schon einen km vorher Stau, so dass ich die Umleitungsstrecke über Tannheim, Mooshausen und Marstetten nahm, wo ich auf A96 wieder nach Norden abbog. Das etwas aufwändige Autobahnkreuz Memmingen hat mein altes Garmin Zumo Navi zum Narren gehalten, so dass es etwas dauerte, bis ich scheinbar wieder in Richtung Süden auf der A7 war. Und das alles mit zunehmend geringerem Ladestand als geplant wegen den Umwegen, so dass ich richtiggehend nervös wurde. Doch endlich kam mit nur noch 4% die erlösende Ausfahrt Bad Gönenbach, wo ich meinen zweiten Ladestopp hatte, gegenüber einem EDKA und Netto Supermarkt. Ich hatte bei jedem Bäcker dort je einen Leberkäs-Semmel als Mittagessen, und ein Bäumchen bei der Ladestation bot etwas Schatten vor der inzwischen brütenden Mittagssonne. Meine Motorradjacke hatte ich über den "Tank" und die Batterien drapiert, um ihnen etwas Schatten zu geben. Denn hier wurden schon 45°C erreicht!

Bin dann mit dieser Ansicht in der Zero App weitergefahren auf der A7, um zu beobachten, ob und wie stark die Batterien wieder abkühlen, da ich noch ein drittes Mal würde laden müssen! Am Kreuz Kempten ging es dann auf die gut ausgebaute B12 Richtung Osten. Im Tran bin ich dann schlicht an der Ausfahrt Biesenhofen vorbeigefahren, und die B12 bog nach Norden ab, mit keiner Ausfahrt zum umdrehen im Sicht! So hielt ich dann auf einer Pannenbucht an, und wartete eine ausreichende Lücke im beidseitigen Verkehr ab, bis ich ein illegales Wendemanöver machen konnte.
Weiter ging es auf der B472 Richtung Osten, bis ich wie geplant in Peiting zum letzten Ladestopp rausfuhr. Die Ladesäule war vor dem überdachten Eingang zu einer Raiffeisen Bank, so dass ich im Schatten voll Spannung warten konnte, ob die Batterie die 50°C erreicht und komplett abschaltet - oder nicht.
Bis 49°C ging es hoch!!!
Der letzte Stint bis Weyarn war dann wenig aufregend, wo ich um 17:45 Uhr, nur eine halbe Stunde später als geplant ankam. Nach dem Einchecken im Alten Wirt musste ich um die Ecke fahren zu einer Energie Südbayern Ladesäule, die von den Organisatoren schon mit Schukoverteilern ausgerüstet war und keine Blockiergebühren nach 4h erhob, so dass sich die Zero die Nacht über wieder gemütlich nur mit dem Onboard Lader vollnuckeln konnte.