Dass CCS-Lader auf dem Papier (!) ziemlich hohe Leistungen liefern können, ist mir bekannt. Nur nutzen halt theoretisch mögliche Leistungen nix, wenn man entsprechende Säulen in der Praxis mit der Lupe suchen muss.
Und um Herrn Müllers Aussagen mal zu präzisieren: der Mann will, dass die Batterie zukünftig in 15 Minuten auf 80% aufgeladen werden kann. Dabei strebt er Reichweiten von 500 km an.
Bei einem Kompaktwagen kann man von einem Praxis(!)verbrauch von mindestens 15 kWh/100 km ausgehen. Für 500 km Reichweite wären demnach 75 kWh Akku-Kapazität notwendig. 80% davon sind 60 kWh. Um die in einer Viertelstunde in den Akku zu kriegen, braucht man 240 kW Ladeleistung. Damit belastet man einen 75-kWh-Akku mit 3,2 C. Bis ein Akku serienreif ist, der das schadlos aushält, fließt noch viel Wasser den Rhein hinunter

Herr Müller hat aber nicht erkannt, dass so kurze Ladezeiten eigentlich gar nicht nötig sind. 80% von 500 km sind 400 km. Wenn man nach 400 km eine Pause einlegt, sollte die aber länger sein als 15 Minuten. Mindestens eine halbe Stunde halte ich für empfehlenswert. Und schon braucht man nicht mehr 240 kW, sondern nur noch 120 kW, und die Akku-Belastung sinkt auf 1,6 C. Sowas ist sogar heute schon machbar, da braucht Herr Müller nicht auf die Zukunft zu verweisen. Er muss es nur einfach machen, und zwar genauso wie Tesla: er muss die Autos anbieten und ein passendes Ladenetz aufbauen. Und schwuppdiwupp werden die Leute genauso massenhaft E-VWs bestellen wie sie heute Teslas bestellen.
Gruß
Michael