Warum fahren die Deutschen nicht gerne Elektroroller?

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Afunker
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Re: Warum fahren die Deutschen nicht gerne Elektroroller?

Beitrag von Afunker »

STW hat geschrieben:
Di 18. Feb 2025, 16:00
Werkstätten: Für die Mechaniker ist E-Antrieb unbekannt. Der Unterschied von dem, was ich als Kunde pro Werkstattstunde zahlen muss, und dem Nettolohn des Mechanikers ist riesig. Faktor 4 und mehr.
Spezialfirmen für z.B. die Reparatur von Akkus sind schwer zu finden
Zweiradmechaniker mit HV-Ausbildung (kostet bei der HWK oder IHK so knapp 2000 €), die auf jeden Fall sein muss.
Sonst kann die Werkstatt die sich mit E-Rollern und E-Motorrädern befasst, gleich zumachen....

Die Spezialfirmen für Akkureparatur sind in D dünn gesät und es dauert Monate, bis der Akku wieder flott wird.
Das ist generell so. Auch bei den PKW sieht es für so etwas, schlecht aus. (in der Eifel, in Kroatien)
Auch die sind auf Monate ausgebucht...
Gruss Helmut

Ranis 2000 seit 08.2019 ca.15000 Km gefahren :mrgreen:
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Alfons Heck
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Re: Warum fahren die Deutschen nicht gerne Elektroroller?

Beitrag von Alfons Heck »

STW hat geschrieben:...alleine die Vorschriften für den Postversand von Akkus sind "spannend".
Nicht ohne Grund. Ich durfte vor einigen Jahren bei der Kripo vorstellig werden weil das Paketfahrzeug mit einem Akku für mich abgefackelt ist. Da ich aber per Nachnahme bestellt hatte war ich fein raus.


Gruß
Alfons.
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STW
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Re: Warum fahren die Deutschen nicht gerne Elektroroller?

Beitrag von STW »

Afunker hat geschrieben:
Di 18. Feb 2025, 16:33
...
Zweiradmechaniker mit HV-Ausbildung (kostet bei der HWK oder IHK so knapp 2000 €), die auf jeden Fall sein muss.
Sonst kann die Werkstatt die sich mit E-Rollern und E-Motorrädern befasst, gleich zumachen....
In der Tat. Meine RGNT steht ja nun in einer Nicht-RGNT - Werkstatt, und da wird die Reparatur wohl ans Eingemachte gehen. Also nix NIU-Akkus, die man vor dem Schrauben einfach rauszieht. Also nachgefragt wie es aussieht, falls wir doch an die Innereien müßten. Cheffe dort hat einen Hochvoltschein. Er ist auch so recht bewandert - er erzählte mir von einem Kumpan, den er in Reparatur hatte, Fehler war Akku überm Winter raus, in einem der Steuergeräte ist eine Pufferbatterie fest verlötet auf der Platine, die mußte er per Lötkolben wechseln. Man merke auf: kein Kumpan-Händler, kein "Hersteller-"Support, sondern kraft eigener Wassersuppe, und vergleiche mit anderen Erfahrungen im Kumpan-Forum. Die scheinen wohl auch NIU-Akkus zu reparieren - ich habe nicht detailliert nachgefragt, was sie da alles machen. Und dann noch elektrische Rollstühle, Fremdmarken elektrisch und Verbrenner, ...
Ansonsten ein serviceorientierter Laden (auch wenn das Erscheinungsbild etwas "einfach" ist) - die haben von gestern auf heute mein Chinaschrottie in die Inspektion genommen, Kettensatzwechsel, usw., damit ich mobil bleibe ohne die RGNT. Und Austausch der Bremsarmatur als Gewährleistungsfall angemeldet, der Bremslichtschalter ist da nicht einzeln wechselbar, der muss wohl letztens die Grätsche gemacht haben. Wir sprechen über ein Chinamoped für 2222€ inkl. ABS, für das es tatsächlich guten Service gibt.
Es gibt also auch (aus meiner Sicht) ordentliche Händler - aber in Berlin und Umland gibt es derzeit keinen offiziellen RGNT-Händler mehr (aus "Gründen"). Damit kein Zugriff auf Serviceunterlagen usw..
Alfons Heck hat geschrieben:
Di 18. Feb 2025, 20:00
STW hat geschrieben:...alleine die Vorschriften für den Postversand von Akkus sind "spannend".
Nicht ohne Grund. Ich durfte vor einigen Jahren bei der Kripo vorstellig werden weil das Paketfahrzeug mit einem Akku für mich abgefackelt ist. Da ich aber per Nachnahme bestellt hatte war ich fein raus.
Ich will den Grund nicht in Frage stellen - Lipo-Akku in einer Bag und dann stempelt die Maschine ab. :D .
Aber schauen wir mal auf das Merkblättchen von DHL: https://www.dhl.de/dam/jcr:11be2e7e-e7f ... 012023.pdf
Das liest man, und dann stellt man fest, man muss noch in ein paar Vorschriften gucken, bis man vielleicht weiß, was man darf und was nicht, und sicher sein kann man dann immer noch nicht, ob man alles richtig gemacht hat. Wenn ich Dir also Akkus schicken wollte, dann gucke ich in die ADR, dann ermittle ich Gewichte, dann muss ich noch prüfen, was "Zulässige Lithiumbatterien" sind und was nicht, ..., man benötigt einen Versandprofi. Kurzum: bei den Vorschriften haben wir deutsche Gründlichkeit.
Mein Highlight vor ein paar Jahren: Material online bestellt, dabei auch LiPos. Fußnote im Shop: kein DHL-Versand wegen irgendwelcher Verbote möglich. Die Sache in den Warenkorb gelegt, DHL und Nachname ausgewählt, bestellt, kam an. Die Vorschriften sind also so genial, dass die wieder niemand beachtet ... Ein andernmal ein bestimmtes Gas bestellt, Fußnote "Nur eine Flasche pro Paket erlaubt". Guess what happened, als ich drei Flaschen bestellt habe. Hint: es waren keine drei Pakete, in denen geliefert worden ist.

Damit man mich nicht falsch versteht: ich halte Sicherheitsrichtlinien für sinnvoll, nur eben dürfen die nicht so komplex und weltfremd sein, dass sich wieder niemand daran hält, weil die eh kaum erfüllbar sind. Es ist wie mit Sicherheitsrichtlinien in der IT: ich habe Jahre gebraucht, bis die Einsicht an höher bezahlter Stelle gewachsen ist, dass manche Virenscanner mehr Systemlücken schaffen als sie schließen. Deinstalliert sind die aber immer noch nicht ... :roll:
RGNT V2 ab 01/23 > 15000km
NIU NGT ab 06/20 Km-Stand > 36000km, nach Unfall verkauft in 5/23
Niu NPro seit 09/19 Km-Stand > 8000km - Verkauft in 10/22
Ahamani Swap Bj 2007 - 2.4KW - Vario - Km-Stand > 27.000km - 40AH Thundersky ab 11/08 - CALB 70AH seit 10/11 -Verschrottung 09/19

Felix aus China
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Re: Warum fahren die Deutschen nicht gerne Elektroroller?

Beitrag von Felix aus China »

flowerpower hat geschrieben:
Di 18. Feb 2025, 09:29
Hast du ideen, Innovationen, Risikobereitschaft, Kapital usw usf ...?

Wenn man für eine Sache brennt kann man viel erreichen
In erster linie solltest du kaufmännischen Fähigkeiten besitzen

Wie schätzt denn die KI deine Geschäftidee ein ?
Hallo flowerpower,

als Stärke habe ich guten Zugang zu diversen Herstellern in China (durch Verwandeten, Schulfreunden, etc.),
somit auch zu den neuesten Modellen und gutem Preis.
Risikobereitschaft und Kapatial sind Grundvoraussetzungen.
Aber mann sollte natürlich nicht jedes Risoko eingehen.
Eure Beiträge haben bei mir ein großes Fragezeichen hevorgerufen,
ob Elektroroller zukünftig in Deutschland immer beliebter wird
und ob das Geschäft besserlaufen wird.

Ich lese auch viele Insolvenz-Meldungen von Elektroroller-Händlern....

Leider ist KI noch nicht so schlau :-(
Ansonsten hätte ich nach der nächsten Lotto-Nummer gefragt :D

Beste Grüße
Felix aus China

Felix aus China
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Re: Warum fahren die Deutschen nicht gerne Elektroroller?

Beitrag von Felix aus China »

STW hat geschrieben:
Di 18. Feb 2025, 16:00
Felix aus China hat geschrieben:
Di 18. Feb 2025, 00:18
...
### **7. Markt- und Angebotsprobleme**
- **Fehlende Händler**: Kaum Werkstätten oder Ersatzteile für E-Roller.
-...
Ich möchte diesen Punkt noch ergänzen: wir haben leider noch folgende Erfahrungen im Forum, in unterschiedlichen Schweregraden, teilweise selbst erlebt:

- Importeure geben auf, gehen (zeitweise) in Konkurs, zerstreiten sich mit dem Hersteller. Konsequenz: Händler können Ersatzteile gar nicht oder nur umständlich besorgen, technische Dokumentationen stehen nicht mehr zur Verfügung
- Händler geben auf, kündigen Verträge mit Importeuren, gehen in die Insolvenz, ... Konsequenz: Kunde steht alleine da, tw. ohne Gewährleistung
- Hersteller geht in die Insolvenz, hält Ankündigungen und Versprechen nicht (z.B. Nachlieferung von Software usw.): Kunde steht mit fehlerhaftem Produkt da, dass mangels Software / Herstellerdokumentationen usw. nicht mehr repariert werden kann

Werkstätten: finden kaum Fachpersonal. Junge Leute studieren lieber als ein Handwerk zu lernen. Für die Mechaniker ist E-Antrieb unbekannt. Der Unterschied von dem, was ich als Kunde pro Werkstattstunde zahlen muss, und dem Nettolohn des Mechanikers ist riesig. Faktor 4 und mehr.
Spezialfirmen für z.B. die Reparatur von Akkus sind schwer zu finden, Abwicklung von derartigen Reparaturen ist aufwändig - alleine die Vorschriften für den Postversand von Akkus sind "spannend".
Hallo STW,

vielen Dank für Deine ergänzende Meinung!
In der Tat lese ich im Forum, dass viele dabei sind, technische Mängeln selbst zu lösen.
Das ist ein Zeichen, dass Service / Support nicht ausreichend ist.

Viele Grüße
Felix aus China

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Re: Warum fahren die Deutschen nicht gerne Elektroroller?

Beitrag von flowerpower »

Ob Elektroroller immer beliebter werden ? Naja, die Menschen müssen sich mit irgendwas fortbewegen, warum nicht mit einem Roller von einem weiteren Startup. Die Frage ist doch nur ob DU das kannst/willst:

Hast du ein Gründer-Gen ? Hast du Bock/Zeit dich 20 Stunden am Tag damit zu beschäftigen ? Hast du Ideen, willst du Risken eingehen ? Kannst du Geschäftbeziehungen aufbauen, hast du die Geduld dich durch Papierkram ohne Ende zu quälen ?

So funktioniert es, google mal nach der Soichiro Honda Story, das war zwar ne komplett andere Zeit und vieles war einfacher, aber im Prinzip ist das der Geist den du brauchst. Positiv denken und eifach machen

P.S. wenn die KI die Lottozahlen voraus sagen könnte, wären wir auch nicht reicher, vergiss den Schice :lol:
🏍 ⎓

knatter, klapper, brumm, peng, stink, tropf wheeeeeeeeeeeee

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Re: Warum fahren die Deutschen nicht gerne Elektroroller?

Beitrag von Afunker »

Die Verbrennerfahrer, sollten bei all der Euphorie durch politische Entscheidungsfindung in D und anderswo (die durch Ölpreis mitentscheiden),
nicht vergessen, die sind immer an andere gebunden (Ölfirmen, Gasfirmen, Stahl, Aluminium ect.).
Die auch einen Preis bestimmen, welcher in Verbrennerfahrzeuge schon bei der Herstellung mit einfliesst und beim Verkauf (10 J. Ersatzteilgarantie).
Hinzu kommt der momentane Spritpreis, (trotz Niedrigphase des Ölpreises) in D seit über 1 Jahr an der Tanke nicht so hoch war...
Durch (wieder politische Entscheidungen) die CO2 Abgabe, in den nächsten Jahren der Sprit nochmals um 15 bis 25 Cent pro Liter erhöht wird.

Noch etwas zu den Lademöglichkeiten (insbesondere an 230 V Steckdosen im öffentlichen Raum):
Gerade gestern, hat mir ein Mitarbeiter (der sich nicht vorstellte)
eines öffentlichen KH (gehört mehrheitlich der Stadt und damit den Bürgern) untersagt,
weiterhin mein Motorrad an der einzigen Lademöglichkeit in der Stadt mit 230 V Schukosteckdose zu laden.
Privat ist es seit Monaten nicht mehr möglich, da der Vermieter eine Brandgefahr sieht....
Gruss Helmut

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Re: Warum fahren die Deutschen nicht gerne Elektroroller?

Beitrag von rainer* »

Afunker hat geschrieben:
Mi 19. Feb 2025, 11:26
Privat ist es seit Monaten nicht mehr möglich, da der Vermieter eine Brandgefahr sieht....
Da würde mich mal die Rechtsgrundlage interessieren, auf der er es verbietet. Müsste er auch Wäschetrockner und Kaffeemaschinen verbieten - die lösen mehr Brände aus. Solange der Akku nicht ohne Überwachung lädt das original Ladegerät genutzt wird, wird es schwer, da etwas gesetzliches zu finden. Und was nicht verboten ist, ist normalerweise erlaubt. Wenn Du diesbezüglich Zweifel hast, kannst Du ja bei Deiner Hausratversicherung nachfragen, was die dazu meinen (die deckt m.E. aber nicht den Gebäudeschaden, der ggf. beim Vermieter auftritt.

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Re: Warum fahren die Deutschen nicht gerne Elektroroller?

Beitrag von STW »

Brandschäden am Gebäude sollte die Kfz-Haftpflichtversicherung abdecken.
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Re: Warum fahren die Deutschen nicht gerne Elektroroller?

Beitrag von Afunker »

Nee nee...Das lasse ich mal lieber. Habe genug von dem bzw. mit dem in der Vergangenheit erlebt!
Will hier nur noch weg...
Gruss Helmut

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